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Sekretärin von Google jetzt verfügbar

Google ist ja immer wieder für eine Überraschung gut. Während bei Street View kaum ein aktiver Teilnehmer der Online-Welt sich über die Ankündigung des Deutschlandstartes wunderte, überfällt einen (oder nur mich?) heute die Nachricht von Google neuester Idee: Die Priority Inbox.

Google beschreibt das neueste Feauture in seinem Blog wie folgt:

In a way, Priority Inbox is like your personal assistant, helping you focus on the messages that matter without requiring you to set up complex rules.

Die neue virtuelle Sekretärin wertet dabei verschiedene Faktoren aus, u.a. den Absender und die Reaktionsgeschwindigkeit des Empfängern beim Antworten. Google unterstellt, dass eine E-Mail, die von einem Kontakt aus dem Adressbuch verschickt wird (der häufiger E-Mails schickt) sehr wichtig ist, insbesondere wenn der Empfänger in der Vergangenheit die E-Mails dieses Absenders stets schnell beantwortet hat.

Ich konnte das Feature heute lediglich bei meinem dienstlichen Google Apps Account aktivieren, mein privater Zugang war noch nicht hierfür freigeschaltet. Die initiale Sortierung empfand ich dabei als nicht besonders gelungen. Natürlich wurden einige Nachrichten treffend einsortiert (meiner Beobachtung nach waren dies E-Mails von Kontakten, mit denen ich so gut wie täglich via E-Mail kommuniziere), aber über den Tagesverlauf wurden neu ankommende, für mich wirklich wichtige E-Mails, zu 2/3 falsch einsortiert. Die nächsten Tage und Wochen werden zeigen, was die neue Priority Inbox wirklich kann.

Trotz aller Algorithmen und Datensammelei: Google wird es bei einem hohen Anteil von Initial-Mails (also erstmalige Kontaktaufnahme via E-Mail ohne Historie) sehr schwer fallen, eine Inbox “sauber” zu halten. Woher soll Google Mail denn auch wissen, dass eine E-Mail eines mir bislang wirklich (zumindest per Mail) unbekannten Absenders sehr wichtig ist? Bei mir nehmen diese E-Mails gut 10% des gesamten Mailaufkommens ein.

Und dann bleibt noch ein Beigeschmack: Anders als beim Thema Spam möchte ich gerne meine inhaltlichen E-Mails doch selbst priorisieren. Wichtigkeit hängt ja nicht nur von einfach nachzubildenden Faktoren (wie sie Google anwendet) ab, sondern verhält sich relativ zu Zeit, Thema und häufig auch subjektiver Laune des Empfängers.

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