Facebook-Fahndung in Niedersachsen gestopptEine alternative Überschrift für das Thema wäre “Facebook-Datenschutzirrsinn geht in die nächste Runde”, eine treffendere aber womöglich “Möchtegern-Datenschützer erringen nächsten Ettapensieg im Kampf gegen Social Networks”. Die niedersächsische Polizei stoppte nun den im März 2011 gestarteten Piloten und veröffentlicht keine weitere Fahndungsaufrufe bei Facebook mehr. Die Begründung für diesen Schritt: Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes. Der niedersächsische Datenschutzbeauftragte, Joachim Wahlbrink, ist nämlich der Meinung, dass die Veröffentlichung von Fahndungsaufrufen der Polizei bei Facebook mit dem deutschen Datenschutzrecht nicht vereinbar sei. Facebook unterliege schließlich US-Recht. Laut NDR verfügte der Landespolizeipräsident nun den Stopp der Facebook-Fahndung. Kommentar von Seiten des Datenschutzbeauftragten in Niedersachsen dazu “Darüber freuen wir uns” (ebenfalls laut NDR). Datenschutz ohne schützenswerte Daten Über diesen Vorgang muss ich doch den Kopf heftig schütteln. Ich kann Herrn Weichert (vom ULD) nur gratulieren: Er hat es geschafft binnen kürzester Zeit eine Hysterie hinsichtlich des Datenschutzes bei Facebook zu erschaffen, die ihresgleichen sucht. Die Vehemenz mit der Weichert in nicht unwesentlichen Teilen falsche Behauptungen aufstellt trägt maßgeblich dazu bei, dass auch seine Kollegen in den Bundesländern sachliche Diskussionen vermeiden und nur noch blind-hysterisch draufhauen. Wie sonst kann man sich das Vorgehen in Niedersachen erklären? Die Polizei veröffentlicht Fahndungen nach entsprechender Entscheidung einer Richterin/eines RIchters, die/der auch festlegt, in welchem Umfang Informationen veröffentlicht werden. Diese öffentlichen Fahndungen werden dann via diverser Kanäle an Medien und Bevölkerung verteilt. Wo genau liegt nun der Unterschied, ob CNN oder Al Jazeera sich den Fahndungsaufruf z.B. von dieser zeitlos eleganaten Seite ziehen oder aber die Fahndung auf Facebook gepostet wird? Weder für CNN, noch für Facebook ist das deutsche Datenschutzrecht anwendbar. Ist aber auch egal, denn die bei der öffentlichen Fahndung enthaltenen Daten sind ja gerade zur Veröffentlichung gedacht. Datenschutz? Is klar. Und so muss man leider die neueste, durchaus öffentlichkeitswirksame, Maßnahme der Polizei Niedersachsen verbuchen unter “Und noch ein Opfer der Datenschutz-Idiotie”. Ich bleibe bei meinem Standpunkt, den ich seit Jahren vertrete: Wirksamer Datenschutz ist wichtig, aber es existiert in Deutschland keine Infrastruktur hierfür. Die Datenschutzbeauftragten sind ausnahmslos uninformiert und im Schwerpunkt an Eigen-Publicity interessiert. So eine “heise”-Meldung ist ja auch was Feines für den Freundeskreis. Es wird Zeit, die Gegenkampagne zu starten. Die Aktionen der Datenschützer sind nämlich nichts anderes als das: Eine Kampagne. Nicht für den Datenschutz, sondern gegen einzelne Unternehmen. Google mag keine NudelnNun hat Google also vorgestern die neue Art des Suchens namens Google Instant vorgestellt. Ich muss gestehen, dass ich das Aufhebens, welches um diese Kreuzung von Google Search und Google Suggest gemacht wird, nicht ganz verstanden habe. Bzw. um es auf den Punkt zu bringen: Fast 90 Minuten Show für die Präsentation einer dann doch recht trivialen Funktion? Puh, das können wohl nur US-Amerikaner verstehen. Ganz kann ich mich auch des Eindrucks nicht verwehren, dass die herausragendste Neuerung eigentlich eine unter der Motorhaube ist. Eine, die nur IT-Menschen richtig begeistern kann. Dass in Realzeit Millionen suchen parallel ablaufen und dynamisch bei Eingabe weiterer Buchstaben erneut durchgeführt werden, ist sicher eine richtige Herausforderung an die Serverlandschaften von Google. Aber mich als Endkunden reißt es nicht wirklich vom Hocker. Beim Auto ist es mir auch recht egal, ob der neue Super-Motor noch nie dagewesene parallele Tätigkeiten verrichten muss. Hauptsache das Auto fährt so wie ich will. Eine Revolution ist Google Instant freilich nicht. Und es wird das SEO auch nicht dramatisch verändern, wie so mancher dies heraufbeschwört. Das Suchverhalten der User wird sich mit Sicherheit anpassen, vor allem aber bei den Nicht-Blindtippern. Ich habe mein Verhalten seit vorgestern geprüft: Ich merke von Instant so gut wie nichts. Denn, wenn ich “kinderarzt münchen bogenhausen” suche, dann tippe ich dies rasend schnell in einem Zug ein. Keine Chance für Instant, Buddy! Marissa Mayer von Google erwähnte bei ihrer Instant-Präsentation, dass die User durchschnittlich neun (!!!) Sekunden bräuchten, um eine Suchphrase einzutippen. Diese Zahl verwundert mich dann doch arg: NEUN Sekunden sind eine verdammt lange Zeit! Und dann auch noch im Durchschnitt! Das heißt, es gibt User, die 20 Sekunden brauchen zum Eingeben einer Suchphrase? Hm. Na gut. Für die ist Instant dann wohl eine große Hilfe, um viel Lebenszeit einzusparen. Die Mehrphrasensuche wird zunehmen. Googles affige Alterszensur Was aber richtig nervt und totaler Kindergarten ist: Googles Pornoparanoia. So wie Google Suggest auch schon, führt auch Instant keine angeblich anrüchigen Suchen durch. Wer “porn” eingibt sieht “Zum Start der Suche Eingabetaste drücken”, wer “Schwan” eingibt ebenfalls. Keine Chance also Instant für die Suche nach “Schwanensee” zu nutzen. Besonders ulkig ist auch die Tatsache, dass man nicht nach “Nudeln” suchen kann. Logisch aus Googles Sicht, da steht ja auch das englische Wörtchen “nude” drin. Dämliche Wortschöpfungen wie “Wurstkopf” oder “Wrdlbrmpft” kann man dann gottlob aber suchen. Was genau verspricht sich Google eigentlich davon? I don’t get it! Ob ich nun bei der Phrase “geile schlampen/typen in lack und leder” die Treffer sofort sehe oder erst nachdem ich die Enter-Taste gedrückt habe, ist doch wirklich vollkommen egal. Wozu also die affige Pseudo-Jugendschutz-Zensur? Damit ich keine Nudeln esse? Google, das ist affig und kein Jugendschutz. Wie sich ein Flugpreis so zusammensetztMich interessierte gerade aufgrund einer Buchung die Zusammensetzung eines innereuropäischen Lufthansa-Flugpreises. Nach etwas Recherche kam folgendes zu Tage, vielleicht interessiert’s jemanden: Treibstoff- und Sicherheitszuschlag EUR 20,00 Dazu kommen noch 10,00 Euro Ticket Service Charge sowie 3,00 Euro Flugpreis. Total zu bezahlen also: 107,09 Euro. Die Lufthansa kassiert in eigene Taschen somit 33,00 Euro (Flugpreis, Ticket Service Charge, Kerosinzuschlag), der Rest geht an den Staat und die Airport-Betreiber. |
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