Das Internet bietet unendliche Möglichkeiten der Kommunikation, Interaktion und Information. Doch am Ende ist das gesamte Leben lokal.

Apple nimmt Facebook die Musik weg

Vor etwa 90 Minuten begann die heutige Apple-Show: drei komplett neue iPods, ein neues iTunes 10 sowie ein neues Apple TV kamen am Ende raus.

Und es hat Ping gemacht

Mit dem neuen iTunes 10, welches ab sofort zum kostenfreien Download für Mac und PC bereit steht, steigt Apple massiv in den Bereich Social Web ein. Das eingebaute Network trägt einen unscheinbaren Namen, der Facebook, last.fm und weiteren das Leben umso schwerer machen konnte: Ping.

Über 160 Mio. Kunden in 23 Ländern kann Apples iTunes Store vorweisen. Alle diese Kunden können in iTunes 10 per Klick ihre Mitgliedschaft in Ping aktivieren. Welch Power!

Wenn ich von mir ausgehen darf: Ich liebe Musik und entdecke einen großen Teil herausragender, mir bislang unbekannter Stücke bzw. Interpreten durch Empfehlungen von Freunden. Eine Zeit lang habe ich Last.fm benutzt, dann wurde es mir zu lästig. Irgendwie kam mir Last.fm immer wie ein Anhängsel vor. Ich kaufte Musik bei iTunes, hörte sie per iPhone oder am Rechner und… vergaß oft das Scrobbeln (also das Übermitteln der von mir gehörten Lieder an Last.fm). Es wurde zwar bei jedem Sync meines iPhones automatisch gescrobbelt, aber ich synce viel zu selten. Viele Musik kaufe ich direkt auf dem iPhone, so dass sie ohne Sync verfügbar ist.

Auch Facebook macht es Musikliebhabern nicht einfach: Bei fast jedem zweiten Song, den ich gut finde und gerne via Facebookprofil Freunden dies auch kundtun möchte, findet Facebook diesen nicht. Vor allem bei Nicht-Mainstream ist es oft hoffnungslos.

Apple hat bei iTunes eine riesige Auswahl und schaltet nun Ping dazu. Eine großartige Idee. Ich halte das Potential für enorm: In wenigen Monaten haben wir mit Ping die größte Musik-Community im Web. Sie ist perfekt integriert am “point of action”: iTunes. Dort wird Musik gehört und gekauft. Ping hat einen hervorragenden Businessausgang für Apple: von Kontakten empfohlene Musik wird mit einem Klick gekauft. Die üblichen Community-Driver wie Kontakte, Bildupload, Videoupload, Messaging hat Apple – so weit man es bei der heutigen Presseveranstaltung erkennen konnte – eingebaut, einen Konzertkalender (auch für Deutschland?) gleich auch. iTunes wird immer mehr zu einem richtigen Musik-Portal.

Eine Conversion-Barriere hat Apple nicht zu befürchten: Zahlungsdaten haben die meisten User hinterlegt, der schnelle Online-Kauf per 1-click ist geübt.

Congrats, Apple! Well done.

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